Deutsche Hochschulmeisterschaften
Michaela Weber und Robert Marzilger
Die Siegerin
Michaela Weber mit ihrem Bruder

Michaela Weber wird zweifache Deutsche Hochschulmeisterin

Robert Marzilger erkämpft mit der Mannschaft den 2. Platz

Über 400 Studenten traten am Wochenende in Karlsruhe bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Judo an. Von der Judoschule Falkensee e.V. waren gleich zwei Judokas am Start. Michaela Weber und Robert Marzilger, die beide in der 2. Bundesliga kämpfen, bestritten seit langem ihr erstes Einzelturnier.

Robert, der für die Uni Magdeburg startete, hatte mit seiner Liste gleich ein schweres Los gezogen. Fast 40 Männer waren in der Gewichtsklasse -66 Kg gemeldet. Sein erster Gegner war Kevin Jacob von der Uni Rostock. Robert schaffte es leider nicht, sich an den unorthodoxen Kampfstil des Rostockers anzupassen und musste einen Yuko (mittlere Wertung) abgeben. Bis zum Ende des Kampfes gelang es ihm auch mit zahlreichen unermüdlichen Angriffen nicht diesen Rückstand wieder aufzuholen. Da der Rostocker nicht bis ins Halbfinale kam, war für Robert der Wettkampf bereits beendet.

Michaela ging für die Wettkampfgemeinschaft (WG) Berlin im Schwergewicht an den Start. Ihre erste Gegnerin war Maria Hunz von der WG Trier. Mit einer Kontertechnik ging Michaela gleich zu Beginn des Kampfes mit einem Yuko (mittlere Wertung) in Führung. Zwei Bestrafungen wegen Inaktivität sorgten jedoch dafür, dass der Gegnerin der Ausgleich gelang. Michaela nutzte eine Sekunde der Unaufmerksamkeit aus, um den darauffolgenden Angriff der Sportlerin aus Trier zu übernehmen und konnte mit einem Ippon (ganzer Punkt) den Kampf vorzeitig beenden. Die Freude war groß, da Maria Hunz im Vorfeld doch als stärkste Konkurrentin um den Titel einzuschätzen war. Im zweiten Kampf stand Michaela mit Kerstin Willner (WG Weihenstephan) eine wesentlich kleinere Gegnerin gegenüber, was im Judo, wenn gut genutzt, vonm Vorteil sein kann. Eine günstige Bodensituation konnte Michaela gut in eine Festhalte umwandeln und diese auch 25 Sekunden halten, was den Einzug ins Finale bedeutete. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl dauerte es 7 Stunden bis die Finalkämpfe ausgetragen werden konnten. In dieser Zeit hieß es die Konzentration und Motivation aufrecht zu erhalten, für ausreichend Energie- und Wasserzufuhr zu sorgen und gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Genau das gelang Michaela an diesem Tag und so konnte sie mit vollem Selbstbewusstsein im Finale gegen Nicole Ratkay (WG Gießen) auf die Matte gehen. Durch einen dominierenden Griff gelang es der Brieselangerin die Angriffe der Gießenerin abzuwehren. Mit einem O-soto-gari  (große Außensichel) erfolgte letztlich der finale Angriff und wurde mit einem Waza-ari (fast voller Punkt) belohnt. Michaela konnte Nicole Ratkay anschließend im Boden festhalten bis der Kampfrichter den Sieg erklärte. Ein großer Erfolg für die Kämpferin der Judoschule Falkensee e.V..

Nachdem am Samstag alle Starter im Einzel ihre Leistungen zeigten, sollten am Sonntag die besten Teams gekürt werden. Es war schwer einzuschätzen, welche Mannschaften die Anstrengungen des Vortages gut wegstecken konnten. Es zeigte sich jedoch, dass die Frauen der WG Berlin, auch wenn sie nur 4 von 5 Gewichtsklassen besetzt hatten, nicht zu schlagen waren. Mit einem Freilos und Siegen gegen die WG Mainz und die WG Aachen zogen sie ins Finale ein. Hier trafen sie auf die WG Münster und konnten am Ende mit 3 gewonnenen Kämpfen den Siegerpokal in Empfang nehmen. Michaela Weber überzeugte auch an diesem Tag und konnte für die Mannschaft all ihre Kämpfe vorzeitig gewinnen.

Besonders spannend war der Wettstreit unter den Männermannschaften. Robert Marzilger hatte sich im Vorfeld zusammen mit seiner stark besetzten Mannschaft aus Magdeburg Hoffnungen auf einen dritten Platz gemacht. Als die Magdeburger jedoch ihre Vorkämpfe gegen WG Karlsruhe 2, WG Aachen 1 und WG Darmstadt gewannen, konnte die Zielsetzung für das Finale nur noch der Sieg sein. Die Gegner waren niemand Geringeres als die Studenten der WG Heidelberg, die bereits im Vorjahr siegten und mit Spitzenathleten besetzt waren. Die Magdeburger ließen sich jedoch nicht einschüchtern und gingen hoch motiviert auf die Matte. Nach einer 2:1 Führung hätte ihnen im folgenden Kampf nur noch ein Unentschieden gereicht. So sollte es auch fast kommen. Nach 5 Minuten war der äußerst spektakuläre Kampf immer noch ausgeglichen. Mit dem Zeitzeichen setzte jedoch der Heidelberger Boris Trupka noch einen Wurf an und entschied den Kampf für sich. Eine äußerst ärgerliche Situation für die Magdeburger. Da sie den darauffolgenden Kampf auch nach hoher Führung doch noch abgeben mussten, blieb ihnen nur noch der 2. Platz. Auch wenn die Enttäuschung vorerst groß war, ist es ein großartiges Ergebnis für die Männer aus Magdeburg. Robert konnte einen Kampf für die Magdeburger absolvieren und hat diesen auch souverän gewonnen. Da die Mannschaftskämpfe immer knapp ausgingen, konnte er damit entscheidend zur guten Platzierung beitragen.

Mit einem Sieg im Einzel und in der Frauenmannschaft und einem zweiten Platz in der Männermannschaft haben die Falkenseer Judokas hervorragende Platzierungen mit nach Hause gebracht. Herzlichen Glückwunsch!